How To: Datenrettung nach Serverausfall

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OlafE
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How To: Datenrettung nach Serverausfall

Beitrag von OlafE » 11. Feb 2010, 10:53

Nun habe ich es endlich mal geschafft, meinen Beitrag aus dem Microsoft WHS FAQ-Forum zu übersetzen und hier einstellen, das englische Original findet sich hier: http://social.microsoft.com/Forums/en-U ... 573697777f

WHS How To: Datenrettung nach Serverausfall
Windows Home Server als Rückgrat der Datensicherung in einem Heimnetzwerk ist nicht immun gegen Hardwarefehler, fehlerhafte Treiber, Fehlkonfigurationen, inkompatible Softwareinstallationen oder Anwenderfehler. Wenngleich es möglich ist, die Daten in den freigegebenen Ordnern und sogar die Clientbackups zu sichern, müssen diese Prozesse manuell durchgeführt werden und erfordern eine Menge zusätzlichen Speicherplatz. So bleibt es nicht aus, dass die Sicherung der Serverdaten, wenn überhaupt, nur unregelmäßig erfolgt.

Falls der Server ausfällt (einen Totalausfall des Servers durch Überspannungsschaden, Feuer, Diebstahl und dergleichen mal außen vor gelassen), sind folgende Szenarien wahrscheinlich:
Das System startet nicht mehr, aber die Festplatten sind in Ordnung.
Empfohlene Methode: Neuinstallation des Servers/Serverwiederherstellung.

Das Systemlaufwerk ist ausgefallen, die Datenlaufwerke sind in Ordnung.
Empfohlene Methode: Neuninstallation des Servers nach Austausch des Systemlaufwerks. Falls auf das DATA-Volumen der Festplatte noch zugegriffen kann, versuchen Sie dort möglicherweise gespeicherte Daten zu retten, wie weiter unten beschrieben.

Das Systemlaufwerk ist in Ordnung, doch eine oder mehrere Datenlaufwerke sind ausgefallen oder werden von der Konsole als vermisst gemeldet.
Empfohlene Methode: Datenrettung hat in diesem Fall die absolute Priorität. Versuchen Sie die Daten wie unten beschrieben zu sichern.

Wenn Ihr Windows Home Server noch startet, können Sie in der Ereignisanzeige des Servers nach genaueren Fehlern suchen. Dazu melden Sie sich lokal (bei einem Eigenbauserver mit Grafikkarte und Tastatur) oder mittels Remote Desktop-Client direkt am Server an. Verwenden Sie als Benutzername Administrator und als Kennwort das Konsolenkennwort.
Unter Start/Systemsteuerung/Verwaltung klicken Sie auf Ereignisanzeige.
Prüfen Sie System- und Anwendungslog auf Fehler (rot markiert) und Warnungen (gelb markiert).
Falls NTFS-Fehler auftauchen, führen Sie einen Doppelklick auf die entsprechenden Einträge aus, um die Details zu sehen. Falls defekte Sektoren erwähnt werden, sollten Sie eine neue Festplatte beschaffen.

Nachdem die ausgefallene Hardware ersetzt wurde, können Sie als nächsten Schritt eine „Neuinstallation des Servers“ versuchen. (Dieser Vorgang kann anders benannt sein, wenn Sie Ihren Homeserver als OEM-Hardware erworben haben.) Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form der Installation, bei der lediglich das Betriebssystem auf Laufwerk C: überschrieben wird (und mit ihm alle Benutzerkonten, Anpassungen, installierten Add-Ins, Anwendungen und Updates), jedoch die Daten intakt bleiben (sollten). Eine „Neuinstallation“ hingegen wird alle Laufwerke formatieren, daher sollten Sie besonders darauf achten, welche Installationsmethode Sie auswählen (in einigen Fällen wird die Neuinstallation des Servers nicht angeboten). Wenn die Neuinstallation des Servers einmal gestartet ist, sollten Sie sich in Geduld üben, da der Neuaufbau der Tombstones geraume Zeit dauern kann, während der kein Fortschritt zu sehen ist.

Windows Update sollte erst nach Fertigstellen der Installation ausgeführt werden, aber vor dem Einbinden weiterer Clients und weiteren Anpassungen. Verwenden Sie dazu die Schaltfläche in der Konsole. Wiederholen Sie diese Aktion nach jedem Neustart solange, bis keine weiteren Updates mehr angeboten werden. Das ist erforderlich, um Fehler, die mit entsprechenden Updates behoben wurden, zu bereinigen sowie von Optimierungen des Betriebssystems seitens Microsoft zu profitieren.

Falls keine Neuinstallation des Servers angeboten wird, kann das von der Reihenfolge abhängen, in der die Laufwerke vom Bios des Rechners erkannt werden oder davon, welche Treiber am Anfang bereitgestellt werden. Die bisherige oder neu eingebaute Systemfestplatte muss immer als erstes Laufwerk erkannt werden. Falls Sie SATA-Festplatten verwenden, kann es sinnvoll sein, den Modus des SATA-Controllers im Bios auf einen DIE (ATA, PATA)-kompatiblen Modus einzustellen. Dadurch kann die Installationsroutine bereits integrierte Treiber nutzen. Falls Sie SATA-Treiber benutzen wollen oder müssen, sollten Sie berücksichtigen, dass diese im klassischen blauen Teil der Installation ggf. ein zweites Mal bereitzustellen sind, dann von einer Diskette.

Sollte die Wiederherstellung des Servers fehlschlagen, nicht angeboten werden oder aufgrund eines ernsthaften Hardwareausfalls nicht möglich sein oder die Konfiguration wegen Austausch von wesentlichen Hardwarekomponenten so nicht übernommen werden können und eine aktuelle Sicherung nicht vorliegen, bleibt nur noch das manuelle Kopieren der Daten an einen neuen Speicherort.

Um das zu realisieren, gehen Sie folgendermaßen vor:
Verbinden Sie eine Festplatte nach der anderen mit einem Windows-Rechner als Zweitlaufwerk entweder durch Nutzung vorhandener interner Schnittstellen oder mit einem Adapterkabel USB auf IDE/SATA. Dieser PC kann einer der Clients sein, aber auch der Home Server selbst. In letzterem Fall fügen Sie die Platte dem Speicherpool nicht erneut hinzu, bevor Sie alle Daten auf eine Serverfreigabe oder auf eine externe Festplatte übertragen haben. Beim Kopieren auf eine Freigabe muss der bereits eingerichtete Speicherplatz des Speicherpools ausreichen, um die Daten von der gerade angeschlossenen Platte zu übernehmen (wobei sich Daten auf die Inhalte der ehemals freigegebenen Ordner bezieht, da die Clientsicherungen in der Regel in solch einer Situation verloren sein werden).
Öffnen Sie die Ordneroptionen in der Systemsteuerung des Rechners, auf dem Sie die Datenrettung durchführen.
Auf der Registerkarte Ansicht wählen Sie unter Versteckte Dateien und Ordner den Eintrag Alle Dateien und Ordner anzeigen und klicken Sie auf OK. (Hinweis: Betriebssystemabhängig kann die Bezeichnung der Einträge variieren.)
Im Windows Explorer halten Sie nun Ausschau nach dem als DATA bezeichneten Volumen der ehemaligen Windows Home Server-Festplatte (einschließlich des ehemaligen Laufwerks D: des Servers, wenn es sich um dessen Systemplatte handelte). Dieses sollte in der Regel einen Laufwerksbuchstaben erhalten haben (falls nicht, prüfen Sie in der Datenträgerverwaltung, ob die Festplatte überhaupt gefunden wird).
Öffnen Sie das Laufwerk und suchen Sie nach einem versteckten Ordner namens DE. (Berücksichtigen Sie, dass bei einem Server mit mehreren Festplatten dieser Ordner nicht zwingend auf jeder Platte existieren muss oder leer sein kann.)
Innerhalb des Ordners DE sollten Sie ein Unterverzeichnis namens Shares finden.
Dieses enthält entweder einen Teil, oder alle (oder auch keine) Dateien der früheren freigegebenen Ordner oder Duplikate dieser Dateien, falls die Ordnerduplizierung für den jeweiligen Ordner eingeschaltet war.
Kopieren Sie diese Daten entweder auf den bereits neu installierten Server, indem Sie die Verknüpfung Freigegebene Ordner auf Server auf dem Desktop verwenden, oder an einen anderen Speicherort. Kopieren Sie niemals direkt in das Dateisystem des Home Servers (beispielsweise über d:\shares)!
Wiederholen Sie das für jedes Datenlaufwerk.

Vergessen Sie auch nicht, die Konsistenz übertragener Daten zu prüfen (können die Dateien geöffnet werden, handelt es sich um die aktuellste Version), bevor Sie die Platten im Speicherpool wiederverwenden.

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