Umzug auf neuen Win10-PC mit WHS V1 Restore

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Kasimir1
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Umzug auf neuen Win10-PC mit WHS V1 Restore

Beitrag von Kasimir1 » 11. Feb 2020, 18:23

I. Vorbemerkung:
Grundsätzlich eignet sich die Möglichkeit zum vollständigen Restore der Festplatten eines mit einem whs v1 verbundenen Win10-PSs um das vorhandene System auf einen neuen PC zu transferieren, weil Win10 offenbar sehr gut darin ist, neue Hardware zu erkennen und die passenden Treiber zu installieren. Ich habe diesen Umzug von meinem 6 Jahre alten Lenovo Pro 2 (Win10 auf 0,5 TB SSD) auf einen Lenovo Thinkpad Yoga X1 2019 (1TB SSD ohne System) durchgeführt. Eigentlich ist das Prozedere relativ einfach, aber mit recht vielen Schritten verbunden. Man kann dabei viele dumme Fehler machen, die ich vermutlich alle gemacht habe und die das Ganze ziemlich in die Länge gezogen haben. Eine Beschreibung des richtigen Vorgehens habe ich nirgendwo gefunden, auch nicht in diesem Forum. Ich denke, dass die meisten Schritte so auch beim Umzug auf andere Hardware funktionieren sollten. Aber sicher bin ich da nicht.
Insgesamt lohnt sich dieses Verfahren nur, wenn man ein komplexes sorgfältig aufgebautes System hat, das fehlerfrei funktioniert. Nach meiner Erfahrung dauert es sehr lange bis ein komplexes Systems (bei mir mit einem über VirtuellBox eingebetteten Win7 32-Bit System) wieder so funktioniert, wie vorher, bzw. so wie es soll.
Als angenehmen Nebeneffekt erhält man einen neuen PC mit einer (kleinen) zusätzlichen Partition von der aus man später im Bedarfsfall ein bare bone Restore starten kann. Das funktionier dann ohne die hässliche Treiberproblematik beim Restore mittels USB-Bootstick, ganz ähnlich wie von Nobby hier in einem anderen Thread beschrieben (viewtopic.php?f=28&t=24311) aber ohne, dass man eine zweite Festplatte benötigt.

II. Vorbereitung:
  • Check: die SSD im neuen Notebook muss mindestens 32 GB größer sein als die System-Partition der alten SSD von der ein Restore auf dem Homeserver liegt.
  • Vorbereiten eines Win10-Bootsticks (Win7 oder Win8 geht vermutlich auch).
  • Die benötigte whs Software zusätzlich auf den Boot-Stick (oder auf irgendeinen anderen USB-Stick) kopieren. Das sind die Ordner „Home Server Connector Software“ und „whs-rest“.
  • Der alte Windows-Key wurde bei mir nicht übernommen, weil es ein OEM-Key war. Man benötigt also einen ungenutzten Windows-Key. Bei mir hat es der Key einer alten Win7-Pro CD getan. Wenn der neue PC mit System geliefert wurde, sollte man jetzt erstmal den Windows-Key des neuen Systems sichern und bereitlegen. Und falls das neue System brauchbare Software installiert hat, sollte man sich überlegen, ob man nicht doch auf das hier beschriebene Prozedere zum Umzug des alten Systems verzichtet und eventuell doch auf das neue System aufsetzt.
III. Einrichten der SSD auf neuem System
  • Start des (neuen) Yoga X1 mit Bios-Aufruf. Bootreihenfolge auf „nur legacy“ einstellen (die SSD lässt sich sonst nicht als MBR-Disk einrichten)
  • Falls man, wie ich eine virtuelle Maschine betreiben will, sollte man schon hier im Bootmenü die Virtualisierung erlauben, denn bei meinem neuen Lenovo X1 war diese Option "disabled" -> "enable".
  • Einlegen des vorbereiteten Win10-Bootsticks.
  • Neustart und über das Lenovo-Bootmenü vom USB-Stick booten.
  • Wenn Auswahlfenster erscheint (Sprachauswahl), mit <Shift+F10> die Kommandozeile aufrufen.
  • Diskpart aufrufen. „List Disk“ sollte zeigen, dass Disk 0 die SSD ist. Diese war bei mir standardmäßig als GPT-Platte eingerichtet. Diese disk mit „select disk 0“ auswählen, sicherheitshalber mit „Clean“ bereinigen und mit „convert MBR“ umwandeln. (Das hatte ich im ersten Versuch versäumt, und es ist mir nicht gelungen nach dem Restore zu booten. Ich habe dann gelesen, dass whs v1 grundsätzlich nicht auf GPT-Platten restoren kann.)
  • Einrichten einer 32 GB Partition für das Mini-Win10-System: „create partition primary size=32000“; „select partition 1“; „format fs=ntfs quick label="MinPart"“; „assign letter=C“.
  • Einrichten einer großen Partition mit dem restlichen Speicherplatz der SSD für die Aufnahme des Restores: „create partition primary“; „select partition 2“; „format fs=ntfs quick label="MaxPart"“; „assign letter=E“.
  • Diskpart verlassen. Kommandozeile verlassen. Im Sprachauswahlmenü auf „Weiter“, „Installation“, Neuinstallation wählen.
III. Restore im Mini-Windows
  • Win10 vollständig auf der kleinen 32 GB Partition installieren.
  • Damit das Restore nicht durch den Ruhezustand unterbrochen wird: Im neuen Mini-Windows in den Energieoptionen: „Energiesparmodus“ und „Bildschirm“ im Netzbetrieb auf „Nie“ einstellen !!
  • Aus dem neuen Windows heraus die Home Server Connector Software installieren: Vom vorbereiteten USB-Stick im entsprechenden Ordner das Setup starten und den Anweisungen folgen.
  • Nach erfolgreicher Installation das Restore-Programm vom USB-Stick starten. Homeserver Password eingeben. Sicherungsversion auswählen. Zuordnung der Sicherung der alten Systemplatte zur neuen SSD „MaxPart“ und starten der Sicherung.
  • Die Sicherung dauert lange. Bei mir waren es etwa 8 Stunden bei ca. 260 GB Belegung auf der alten SSD.
IV. Umwandlung des alten Systems in ein neues
  • Neustart und wieder booten vom USB-WinBoot-Stick. Wiederum Aufruf von „diskpart“ (siehe oben). „select disk 0“; „list partition“; Partition 2 sollte die große Partition sein auf der sich das Restore befindet. „select partition 2“; „active“. Damit ist die Partition mit dem alten System als Boot-Partition markiert. Die Umbenennung der Bootpartition in Laufwerk C: geschieht beim Booten automatisch.
  • Beenden von diskpart. Beenden der Kommandozeile. „Weiter“ und „Reparaturoptionen“; „ausschalten“.
  • Boot-USB entfernen und normal booten. Das alte System bootet mit der falschen Bildschirmauflösung (manuell umstellen) und benötigt insgesamt einige Neustarts, um die neu erkannte Hardware zu installieren.
  • Mit bereitgelegtem neuen KEY Windows aktivieren.
  • Der Computername ist noch der alte. Umbenennen!
  • Die Homeserver Connector Software meldet sich, dass der alte Yoga eine Neue Harddisk hat (sic). Eine Neukonfigurierung der Sicherung ist erforderlich.
  • Schließlich habe ich noch mit der Lenovo-Software „System-Update“ alle passenden neuen Treiber suchen lassen und auch installiert (inkl. Bios- und Intel-Firm-Update). Ob das erforderlich ist, weiß ich nicht. Aber mein neuer X1 verhält sich seitdem genauso wie er soll. Also inklusive Stiftsoftware, Audio, Fn-Tasten, und Wifi-Neuverbindung nach Aufwachen aus dem Ruhezustand.
Ich hoffe, dass ich nichts Wichtiges vergessen habe. Viel Glück!
Gruß, Kasimir

WHS V1 SP3; Add-Ins: Datenträgerverwaltung (Tentacle Software); Advanced Admin Console
HP ProLiant Microserver N40L; 4 x 2TB; externe HD (Server Backup): 3TB
5 Clients: 3 PCs mit Win10, 1 Lenovo Yoga Pro 2 (Win10), 1 Lenovo Thinkpad Yoga X1 (Win10)

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